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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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14 diese Verschleierungstaktik verspielte sich der Präsident das Vertrauen der Amerikaner, und bewirkte das, was er doch unbedingt hatte verhindern wollen. Das Vertrauen des amerikani- schen Volkes in die Regierung sank, die Unterstützung des amerikanischen Vietnam- Engagements schwand, und es bildete sich eine Uneinigkeit in den Regierungsreihen.57 Die Anzahl der militärischen Berater aus den USA betrug im Februar 1965 rund 23 300.58 Dennoch entglitt Saigon immer mehr die Kontrolle über die ländlichen Gegenden. Die A  n- griffe der NLF auf die Militärbasen Bien Hoa und Pleiku hatten gezeigt, dass weder die Sü  d- vietnamesische Armee ARVN, noch die Amerikaner genügend Kräfte zu ihrer Verteidigung mobilisieren konnten. Die Zustände innerhalb der ARVN waren prekär. Die Desertationsrate lag bei 11 000 im Monat59 und die Verluste beliefen sich mittlerweile auf rund 2000 Soldaten monatlich. Mit dem Beginn von „Rolling Thunder“ waren die Luftbasen in Da Nang und Pleiku zu strategisch äusserst wichtigen, schützenswerten Zielen geworden. Zu diesem Schutz brauchte es gut ausgebildete Bodentruppen. Als General Westmoreland am 21. Februar drin- gend Marineinfanteristen zum Schutz der Basis in Da Nang anforderte, zeigte sich Botschafter Taylor regelrecht entsetzt. Hatte er die Ausweitung der Bombenangriffe auf Nordvietnam noch stark unterstützt, war er sich doch über die Bedeutung der Entsendung von Bodentru   p- pen in vollem Masse bewusst. „Die Franzosen haben es versucht und sind gescheitert. Ich bezweifle, dass amerikanische Truppen es viel besser machen können. [...] Schliesslich wäre da noch die Frage wie ein fremder Soldat zwischen einem Vietcong und einem freundlich gesinnten vietnamesischen Bauern unterscheiden kann.“60 Taylor unterstrich die grosse Gefahr, dass die südvietnamesische Regierung neue Aufgaben an die Amerikaner abwälzen würde – Logevall nennt diesen Vorgang in seinem Werk „Cho o- sing War“ Amerikanisierung. Ausserdem würden laut Taylor durch eine erhöhte Präsenz am e- rikanischer Truppen die Spannungen mit der Bevölkerung noch erhöht. Taylors Warnungen verhallten ungehört. Aus Angst vor einem zweiten Pleiku gab Johnson am 26. Februar 1965 dem Drängen von Westmoreland nach und beorderte zwei Bataillone Marines nach Vietnam. Am 8. März gingen die ersten amerikanischen Bodentruppen in Da Nang an Land.61                                                        57 ebenda. S. 227-228. 58 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 120. 59 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 131. 60 zitiert nach Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 121. 61       Foreign Relations of the United States (FRUS). Vietnam 1964-1968, Volume II, January-June 1965. Nr. 188,
S. 413, Editorial Note
  
Kulturgeschichte der Neuzeit: Die Krisis der Europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg
Siehe auch:
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