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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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15 „As the Americans waded ashore, children broke through lines of Da Nang police to tell „O.K.!“ – the only English expression they know. [...] along came some pretty Vietnamese girls with garlands of flowers.“62 Das Ereignis fand auch in der Presse – dieses Zitat stammt aus dem Life-Magazin – ein gros- ses  Echo.  Die  Nachricht  des  grossartigen  Empfangs  lies  Johnson  erleichtert  aufatmen.  Doch die Situation sollte sich schon bald verschärfen. Nachdem  die  Regierung  dem  Militär  einmal  nachgegeben  hatte,  gab  es  kein  Halten  mehr. Noch  im  selben  Monat  forderte  Westmoreland  zwei  weitere  Divisionen  an,  die  Vereinigten Stabschefs  verlangten  sogar  drei.  Für  CIA-Direktor  McCone  war  klar,  dass  die  amerikan i- schen  Bodentruppen  ohne  eine  merkliche  Steigerung  der  Luftangriffe  keinen  Erfolg  haben würden: „We  will  find  ourselves  mired  down  in  combat  in  the  jungle  in  a  military  effort  that  we cannot win. [...] If we are to change the mission of the ground forces, we must also change the ground rules of the strikes against North Vietnam. We must hit them harder, more fre- quently, and inflict greater damage.“63 Präsident Johnson seinerseits hoffte immer noch auf einen anderen Ausweg. Mit seiner Rede an der Hopkins-Universität vom 7. April 1965 nahm LBJ einen letzten verzweifelten Anlauf, eine Eskalation des Krieges zu unterbinden. In seiner Rede bot der Präsident die Möglichkeit „bedingungsloser Verhandlungen“. Ausserdem bot er an, dem Kongress eine Wirtschaftshilfe in Höhe von einer Billion Dollar für Südostasien vorzuschlagen. 64 Die Rede fand grossen An- klang bei Presse und allen wichtigen Politikern. Es handelte sich dabei wohl aber weniger um ein aufrichtiges Angebot, als vielmehr um den Versuch, sich angesichts der wachsenden Zahl von  Kritikern  etwas  Luft  zu  verschaffen.65  Bereits  am  nächsten  Tag  soll  Johnson  in  einem Meeting  mit  den  Joint  Chiefs  of  Staff  verlangt  haben,  dass  mehr  Vietcong  getötet  werden sollen. Der Spielraum, den die Hopkins-Rede geschaffen hatte, hielt aber nicht viel länger als eine Woche. Die Möglichkeit eines Rückzuges wurde ausser von George Ball zu diesem Zei   t- punkt kaum mehr erörtert. Und so entschied sich Johnson Ende April wieder einmal für den Mittelweg.  40‘000  weitere  Soldaten  machten  sich  auf  den  Weg  nach  Vietnam.  Die  Truppen kamen mit einem klar formulierten defensiven Auftrag. Mit der Enklaven-Strategie – die am e- rikanischen Truppen errichteten Verteidigungsanlagen rund um die eigenen Basen – sollte der                                                        62       Flynn, John. Marines Get Flowers for a Tough Mission. First Combat Troops Land: March 1965. Life, March
19, 1965. In: Reporting Vietnam. Part One: American Journalism 1959-1969. The Library of America. New
York 1998.
63 zitiert nach Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 134. 64 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 134. 65 Logevall. Choosing War. S. 371-372.
  
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