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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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16 ARVN  Luft  zur  Reorganisation  verschafft  werden.66  Immer  noch  besorgt  über  die  Entwic k- lungen in Vietnam, versuchte Maxwell Taylor den Einsatz von Bodentruppen auf 100‘000 zu limitieren; vergeblich. Am 21. April 1965 stand bereits fest, dass sich bis zum 15. Juni diesen Jahres rund 82‘000 amerikanische Soldaten in Südvietnam befinden würden.67 Am  14.  Juli  brach  Verteidigungsminister  McNamara  zu  einer  Erkundungsmission  nach  Sai- gon  auf.  General  Westmoreland  bestätigte  McNamaras  schlimmste  Befürchtungen.  Weste  r- moreland  erklärte,  er  brauche  bis  Jahresende  175‘000  Mann  und  1966  noch  100‘000  weit  e- re.68  Mitarbeiter  des  Pentagon  quantifizierten  die  Aussichten  so,  dass  200‘000  bis  400‘000 Soldaten eine 20-prozentige Siegeschance bis Ende 1966 hätten. Bis ins Jahr 1968 würden die Chancen auf 50 Prozent steigen.69 Am 21. Juli kehrte McNamara aus Saigon zurück. Zusa m- men mit den Joint Chiefs of Staff präsentierte er an einem Meeting Westmorelands Forderu n- gen und einen Plan der eine massive Aufstockung der Truppenbestände beinhaltete.70 Der er- ste der sich gegen diesen Plan und für einen sofortigen Rückzug unter den bestmöglichen B e- dingungen aussprach, war Unterstaatssekretär George Ball: „I can foresee a perilous voyage [...] I have great apprehensions that we can’t win under these conditions.“71 Die  Entgegnungen  der  Eskalationsbefürworter  –  Ball  kämpfte  seinen  Kampf  allein  –  arg u- mentierten,  dass  Ball  zwar  die  gefahren  einer  Eskalation  aufzeige,  doch  keine  ernstzuneh- menden Alternativen biete.72 Für Ball hingegen war der Rückzug die einzige Alternative: „No great captain in history ever hesitated to make a taktikal withdrawal if conditions w  e- re unfavorable to him.“73 Balls  Warnungen  fanden  kein  Gehör.  Am  27.  Juli  1965  genehmigte  der  Präsident  die  Au   s- weitung  des  Truppenprogrammes.  Die  Entscheidung  zur  Eskalation  war  damit  definitiv  ge- troffen. Nachdem die Regierung die amerikanische Öffentlichkeit über die wahre Situation in Vietnam nur bedingt oder gar nicht informiert hatte, konnte nun die Tragweite des amerikani- schen Engagements nicht mehr geheim gehalten werden. In einer Mittagsansprache – nur w e- nig Amerikaner sassen um diese Zeit vor dem Fernseher – erklärte der Präsident, dass sich das                                                        66 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 121. 67       Foreign Relations of the United States (FRUS). Vietnam 1964-1968, Volume II, January-June 1965. Nr. 265,
S. 575, Memorandum From Secretary of Defense McNamara to President Johnson, Washington, April 21, 1965.
68 McNamara. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. S. 263. 69 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 125. 70 Foreign Relations of the United States (FRUS). Vietnam 1964-1968, Volume III, June-December 1965. Nr. 71, S. 192, Notes of Meeting, Washington, July 21, 1965, 10:40a.m.. 71 zitiert nach Johnson. The Vantage Point. S. 147. 72 Ball. The Past has Another Pattern. S. 400. 73 ebenda. S. 400.
  
Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung / Kaiserreich und Erster Weltkrieg. 1871-1918: BD 8
von Rüdiger vom Bruch
Siehe auch:
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Die Französische Revolution
Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung...
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