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amerikanische Vietnam-Engagement nun ausweiten werde.74 In Tat und Wahrheit hatte es
sich schon ausgeweitet.
I have asked the Commanding General, General Westmoreland, what more he needs to
meet this mounting aggression. He has told me. We will meet his needs. I have today orde-
red to Viet-Nam the Air Mobile Division and certain other forces which will raise our
fighting strength from 75 000 to 125 000 men almost immediately. Additional forces will
be needed later, and they will be sent as requested.75
Wieder erzählte Johnson nur die halbe Wahrheit. Die Anzahl Truppen stimmte zwar, doch
Johnson verschwieg, dass diese mit einem neuen Auftrag nach Vietnam kamen. Die defensive
Enklaven-Strategie war aufgegeben worden. Amerikanische Truppen übernahmen von der
ARVN immer mehr offensive Aufgaben. Während er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit
fehlleitete, hatte der Präsident entschieden, Amerika in einen Angriffskrieg in Südostasien zu
verwickeln.76
4. Schlusswort
Von ihren Anfängen bis hin zu LBJs folgenschwerer Entscheidung vom 27. Juli 1965 ist die
amerikanische Vietnampolitik geprägt von unfassbarer Starrköpfigkeit und dominiert von fa l-
schen Wertvorstellungen wie der Domino- oder der Containment-Theorie. Die Entscheidung
zur Eskalation entstand nicht aus einer ausweglosen Situation heraus, sondern war das Werk
von Politikern, die über Jahre hinweg eine Politik führten, die zu keinem anderen Ergebnis
führen konnte als Krieg. Erklärtes Ziel der Amerikaner war es seit der Niederlage der Franz o-
sen bis zum Aufmarsch der ersten Marines ein stabiles Regime in Saigon zu errichten ein
unmögliches Unterfangen. Die französische Kolonialmacht hatte jegliche Staatsstruktur ze r-
stört und mit Ho Chi Minh hatte die Bevölkerung einen Mann gefunden den sie verehrten und
der ihre Sprache sprach auch im übertragenen Sinne und ihre Kultur verstand. Dieses
nicht zu ereichende Ziel verstärkte die Ohnmacht der Amerikaner nur noch mehr und die u n-
begründete Angst vor einem Verlust der Glaubwürdigkeit war es, die einen Rückzug verbot.
Lyndon B. Johnson glaubte an die Domino-Theorie und die Notwendigkeit zur Eindämmung
der kommunistischen Aggression noch mehr als seine Vorgänger. Er war geradezu das polit i-
sche Kind dieser Politik und der bedingungslose Vollstrecker. Das soll in keinem Falle hei-
74
Foreign Relations of the United States (FRUS). Vietnam 1964-1968, Volume III, June-December 1965. Nr. 97, S. 273, Editorial Note.
75
United States Printing Office (ed.). Public Papers of the Presidents of the United States. Lyndon B. Johnson.
1965, Book II June 1 to December 31, 1965. Nr. 388, S. 795, The Presidents News Conference of July 28, 1965.
76
Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 140.
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