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schen Machtpokers der Grossmächte.9 Es wurde die Teilung Vietnams entlang des 17. Brei-
tengrades beschlossen, wobei sich die Viet Minh verpflichteten, alle Anhänger in den Norden
zurückzuziehen. Obwohl die amerikanische Regierung nur unter grossen Vorbehalten an der
Konferenz teilgenommen hatte, füllten sie das Vakuum aus, welches die französischen Tru p-
pen nach ihrem Abzug hinterlassen hatten, und beschlossen, sich für die Sicherheit und Una b-
hängigkeit Südvietnams einzusetzen.10 Bis zu den für Juli 1956 angekündigten Wahlen sollte
in Südvietnam eine gestärkte antikolonialistische und antikommunistische Regierung an der
Macht sein, welche in öffentlichen Wahlen in einem wiedervereinigten Vietnam gegen die
Regierung Ho Chi Minhs bestehen könnte.11 Zu diesem Zweck unterstützte die Kennedy-
Administration Ngo Dinh Diem, einen Mann, der all diese Eigenschaften mit sich brachte,
und im April 1955 durch einen Putsch an die Macht gekommen war. In einer manipulierten
Wahl lies sich Diem zum Präsidenten der neu gegründeten souveränen Republik Vietnam
(RVN) ernennen. Mit finanziellen personellen Mitteln, so auch mit Wirtschafts- und Militä r-
beratern, versuchten die USA die Entwicklung Südvietnams zu beeinflussen. Mit vielen
Massnahmen verstiessen die Vereinigten Staaten gegen die in der Genfer Indochina-
Konferenz getroffenen Vereinbarungen. Unter anderem durch Diems strikte Weigerung die
freien Wahlen von 1956 durchzuführen, wurde der Widerstand der Regierungsgegner immer
weiter genährt. Ehemalige Viet Minh, Vertreter der Kommunistischen Partei und der Buddh i-
sten, sowie weiterer politische Gruppierungen formierten sich unter dem Namen National Li-
beration Front (NLF) zum politischen und bewaffneten Widerstand. Aus der NLF ging auch
die Volksbefreiungsarmee PLAF hervor; deren Anhänger von Diem schlicht als Vietcong b e-
zeichnet wurden. Die Ereignisse dieses Septembers 1960 bedeuteten den erneuten Beginn des
Vietnamesischen Bürgerkrieges.
3. Amerikanisierung und Eskalation
Von Amerika toleriert, unterdrückte Diem die politischen Gegner auf brutalste Art und Weise,
und es gelang ihm sich noch ganze drei Jahre an der Macht zu halten. Am 1. November 1963
verschlechterte sich die Situation in Saigon jedoch schlagartig.12 Die Regierungsgegner
stürzten und ermordeten Diem und seinen Bruder Nhu und brachten eine Militärregierung an
die Macht. Präsident Kennedy zeigte sich äusserst betroffen von diesem Vorfall. Tatsächlich
war der von langer Hand geplante Putsch aber mit dem Wissen von Washington durchgeführt
9
Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 37.
10
Drake, Jeff. How the U.S. Got Involved in Vietnam. Mai 1995.
11
Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 47.
12
Olson, James S., Roberts, Randy. Where the Domino Fell. America and Vietnam, 1945 to 1990. St. Martins Press, Inc. New York, 1991. S. 115.
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