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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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6 worden.13 Diem war unbequem geworden. Im Allgemeinen ging die amerikanische Regierung davon aus, dass der Sturz Diems den Krieg verkürzen würde, doch man hatte versäumt, sich nach einem geeigneten Nachfolger für den toten Machthaber umzusehen, so dass Südvietnam bald vor einem politischen Vakuum stand, mit dem Resultat eines politisch höchst instabilen Klimas; es folgte eine Ära mit ständig wechselnden Regierungsspitzen. Zum ersten Mal ha   t- ten die Vereinigten Staaten direkt in die Regierungsgeschäfte Südvietnams eingegriffen. Als Präsident Kennedy am 22. November desselben Jahres selber ermordet wurde, kam mit Präsident Johnson ein „Hardliner“ der Vietnampolitik an die Macht. Johnson politischer Geist war durch die Truman-Doktrin, den Marshall Plan, die Berlin Affäre, den Koreakrieg und Kuba geformt worden und diese Ereignisse bestärkten ihn in seiner Absicht, die Welt vor dem Kommunismus zu beschützen. Johnson glaubte an das Containment.14 Er werde nicht zulas- sen, dass Vietnam den selben Weg gehe wie China, betonte Johnson mehr als einmal.15 „We must decide wether to help these countries to the best of our ability or throw in the towel [] and pull our defenses back to San Francisco.“16 Für Johnson war klar, dass ein Rückzug aus Vietnam die amerikanische Glaubwürdigkeit in der ganzen Welt untergraben würde. Und doch blieb Johnson in seinen Aktionen äusserst vo  r- sichtig. Johnson suchte sich einen Mittelweg und wollte Überreaktionen vermeiden. Er ve   r- folgte zunächst die Politik Kennedys, allerdings mit dem grossen Unterschied, dass Vietnam um jeden Preis gehalten werden sollte.17 Als Johnson die Regierungsgeschäfte übernahm, hätte die Lage in Vietnam kaum schwieriger und verworrener sein können. Im März 1964 hatte Ho Chi Minh dazu aufgerufen alles zu unternehmen, um die Revolution in Südvietnam zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.18 Nordvietnam unterstützte den Vietcong nun inte n- siver und die Infiltration von Guerillas in den Süden nahm immer mehr zu. 3.1 Auf der Suche nach einem Ausweg Gegen seinen Willen musste sich Präsident Johnson immer mehr mit der Vietnam-Frage au s- einandersetzen. Am 15. Mai 1964 wurde der Administration vom CIA ein Bericht vorgelegt, in welchem die Lage in Vietnam als äusserst prekär beschrieben wird. Der anhaltende Druck durch den Vietcong untergrabe im ganzen Land die Autorität der Regierung und wenn die Verschlechterung gegen Ende des Jahres nicht zum Stillstand gebracht werde, sei die anti-                                                        13       McNamara, Robert S., Brian vanDe Mark. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. München, 1997 (deutsche
Übersetzung; Originalausgabe: In Retrospect. The Tragedy and Lessons of Vietnam. New York, 1995.). S. 116.
14 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 110. 15 Herring. America and Vietnam. S. 109. 16 zitiert nach Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 110. 17 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 111. 18 ebenda, S. 116.
  
Die ZEIT-Welt- und Kulturgeschichte in 20 Bänden. 13. Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit
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