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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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7 kommunistische Position in Südvietnam wahrscheinlich nicht mehr länger zu halten.19 Diese Entwicklung sollte verhindert werden. Lyndon B. Johnson beschreibt die Ereignisse des August 1964 in seinen Memoiren einmal als unerwartete Krise.20 Dem war nicht so; viel mehr stürmten die amerikanischen Verantwo r- tungsträger mit offenen Augen in das vietnamesische Dilemma.21 Schon früh war sich die Johnson-Administration ihrer Probleme bewusst geworden. Während des ganzen Wahlkam p- fes Ende 1964 versuchte die Regierung in bezug auf Vietnam zwei Ziele in Einklang zu brin- gen. Man wollte die Entsendung von Streitkräften verhindern und doch die Übernahme Sü d- vietnams durch die "Kommunisten" verhindern. McNamara beschreibt die Stimmung dieser Tage in Washington in seinen Erinnerungen wie folgt: „Wir hielten eine Besprechung nach der anderen ab und tauschten zahllose Memos aus. Frustriert von den komplizierten Verhältnissen in Vietnam, den Differenzen in den eigenen Reihen und der Verwirrung, die unter uns herrschte, hingen wir in der Luft.“22 Johnsons Wahlgegner, der erzkonservative Republikaner Barry Goldwater, präsentierte sich als militanter Antikommunist und Verfechter einer offensiven Politik in Vietnam. Dies gab Johnson die Gelegenheit als verantwortungsbewusster, entschlossener, aber dennoch beson- nener Präsident aufzutreten.23 In seinen Reden zur Aussenpolitik zeigte sich Johnson ruhig, kontrolliert und nicht bereit einen grossen Krieg zu beginnen, doch auch nicht bereit, einfach umzudrehen und davonzulaufen.24 Oder wie er es einmal selber formulierte: „Wir werden keine amerikanischen Jungs neun- oder zehntausend Meilen von zu Hause wegschicken, um zu tun, was asiatische Jungs selbst erledigen sollten.“25 Diese Taktik bescherte ihm am 4. November 1964 einen regelrechten Triumph, getragen von einer haushohen Mehrheit von Wählern. Doch die Probleme in Vietnam blieben die alten. Die Instabilität der Südvietnamesischen R  e- gierung, die wachsende Aggressivität des Vietcong und die dramatische Eskalation der nor d- vietnamesischen Unterstützung und Truppentransfers. In einer Security Council-Meeting- Zusammenfassung vom 8. Februar 1965 bleibt die Hoffnung auf eine stabile selbsttragende Regierung bestehen:                                                        19 McNamara. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. S. 163-164 20       Johnson, Lyndon Baines. The Vantage Point. Perspectives of the Presidency 1963-1969. New York, Chicago,
San Francisco, 1971. S. 112.
21 Logevall. Choosing War. S.255. 22 zitiert nach McNamara. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. S. 199. 23 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 114. 24 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 121. 25 zitiert nach Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 115.
  
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