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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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8 „There is a bad governmental Situation in Saigon but it is our hope that current U.S. a  c- tion may pull together the various forces in Saigon and thus make possible the establish- ment of a stable Government.“26 Die Angst vor einem Gesichtsverlust, der sich sowohl aussenpolitisch in einer Einbusse der amerikanischen Glaubwürdigkeit, als auch auf Johnsons innenpolitische Programme, beso n- ders die Great Society, auswirken würde, war gross. Immer wieder äusserte sich Johnson b  e- sorgt darüber, dass diese Hure von einem Krieg die Frau zerstöre, die er wirklich liebe – die Great Society.27 Die Angst vor einem Imageverlust scheint aus heutiger Sicht unbegründet. Schon 1965 waren Stimmen laut geworden, welche behaupteten, dass genau das Gegenteil der Fall war: kein Verbündeter der Vereinigten Staaten habe für den aussichtslosen Kampf Ve   r- ständnis, der in Vietnam geführt werde.28 Unterstaatssekretär George Ball vertrat ebenfalls die Ansicht, dass ein Rückzug ins Auge gefasst werden sollte, und formulierte die Gefahren einer Eskalation mit den Worten: „Once on the tiger‘s back, we cannot be sure of picking the place to dismount.“ 29 Gegen eine verstärkte militärische Intervention Amerikas in Südvietnam sprach ebenfalls die Angst eines Konfliktes mit den Kommunistischen Staaten Russland und besonders dem an- grenzenden China. Obwohl die Stabschefs die Möglichkeit eines bewaffneten Konfliktes, gar eines Atomkrieges mit einem oder beiden der Länder, nicht ausschliessen konnten, galt die Wahrscheinlichkeit doch eher als gering.30 Dennoch kam der Erörterung dieser Frage in fast jeder Sitzung zum Thema Vietnam eine zentrale Bedeutung zu. Johnsons Umfeld setzte sich vor allem aus Eskalationsbefürwortern zusammen. Botschafter Maxwell Taylor, der auf LBJ’s Bitte hin das Amt in Saigon übernommen hatte, setzte sich für genug amerikanische Berater, Dollar und Luftstreitkräfte ein, um den Krieg zu gewinnen; „[...] once and far all“31 Für General William C. Westmoreland und General Earle Wheeler waren überzeugt, dass der Krieg nur ein militärischer Problem sei, und auch nur auf militärischer Ebene gewonnen we  r- den könne. Auf internationaler Basis war der französische Staatspräsident Charles de Gaulle wohl der grösste Gegner dieser These. In einem Gespräch mit Ball vom 5. Juni 1964 machte de Gaulle dies mit den folgenden Worten deutlich:                                                        26       zitiert nach Foreign Relations of the United States (FRUS). Vietnam 1964-1968, Volume II, January-June
1965. Nr. 78, S. 189. Summary Notes of the 547th Meeting of the National Security Council.
27 zitiert nach Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 136. 28 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 117. 29 zitiert nach Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 124. 30 McNamara. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. S. 151. 31 zitiert nach Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 113.
  
Der Sprung ins Dunkle: oder Wie der 1. Weltkrieg entfesselt wurde
Siehe auch:
Enzyklopädie Erster Weltkrieg
Der Große Krieg: Deutschland und Frankrei...
Der Erste Weltkrieg: in globaler Perspek...
Geschichte des Westens 2
Reinhard Heydrich: Biographie
Der Erste Weltkrieg: Eine europäische Tragödie
 
   
 
     
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