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Amerikanisierung und Eskalation des Vietnamkrieges 1964-1965

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9 „I do not believe that you can win in this situation even though you have more aircraft, cannons, and arms of various kinds.“32 Für de Gaulle stellte der Vietnamkonflikt in erster Linie ein politisches und psychologisches Problem dar. Ähnliche Bedingungen machte auch die NLF im Januar 1965 zum Gegenstand von Friedensverhandlungen: „The USA must let South Vietnam settle the problem of South Vietnam!“33 Im Gegensatz dazu forderte Westmoreland schon zu Beginn des Jahres 1965 amerikanische Bodentruppen in grosser Zahl – mindestens 200 000. Er plante ein dreistufiges Konzept, de s- sen zentrale Idee darin bestand, in einer ein Jahr lang dauernden Phase einen Defensivkrieg zu führen, während die Infrastruktur für einen ausgeweiteten Kampf errichtet werde. Anschlies- send sollten amerikanische Bodeneinheiten eine Taktik, die Westmoreland „search and d e- stroy“ zu nennen pflegte, ausführen. Dabei sollten gegnerische Kampfverbände regelrecht aufgespürt und vernichtet werden.34 Um den Kriegsverlauf endgültig zu amerikanischen Gu n- sten zu wenden, sollten massive Bombenangriffe auf Nordvietnam die Moral des Feindes schwächen. Innerhalb der Johnson-Administration kämpfte George Ball einen einsamen Kampf gegen die sogenannten War-Hawks wie McNamara, McGeorge Bundy und Walt Ro- stow. Diese beharrten auf einer festen Position in Südvietnam und unterstützten eine Eskalat   i- on. Als Kernthese ihrer Argumentation taucht immer wieder die Domino-Theorie auf.35 Ball hatte als Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft in Paris die Niederlage Frankreichs in In- dochina miterlebt, und wollte nun, zehn Jahre später, den Vereinigten Staaten dieses Schicksal ersparen.36 Ball betonte, dass Washington die Unterstützung Südvietnams von der Fähigkeit der Südvietnamesen einen eigenen Staat aufzubauen abhängig gemacht hätten. Da dies nicht der Fall sei, könne man sich ohne Gesichtsverlust zurück ziehen. Doch Balls Vorschläge sties- sen innerhalb der Administration auf Ablehnung. Johnson machte den Unterstaatssekretär für eine gewisse Zeit zum advocatus diaboli.37 Trotzdem unternahm Washington im Juni 1964 ei- nen Versuch direkt mit Hanoi ins Gespräch zu kommen.38 Doch die Seaborn-Mission schei- terte kläglich, vor allem aufgrund nicht vereinbarer Forderungen. Blaire Seaborn selbst hatte                                                        32       zitiert nach Porter, Gareth (ed.). Vietnam: A History in Documents. New York 1971. Nr. 173, S. 275, Tele-
gramm from Ball to President Johnson and Rusk, June 5, 1964.
33 Zitiert nach Porter. Vietnam: A History in Documents. Nr. 187, S. 292, Letter from Vice-President of the Central Commitee of the National Liberation Front Huynh Tan Phat to Gen. Nguyen Khanh, Commander in
Chief of the Armed Forces of the Republic of Vietnam, January 28, 1965
34 Olson/Roberts. Where the Domino Fell. S. 115. 35 McNamara. Vietnam. Das Trauma einer Weltmacht. S. 147. 36 Frey. Geschichte des Vietnamkrieges. S. 116. 37 ebenda, S. 117. 38       Porter. Vietnam: A History in Documents. Nr. 172, S. 271, Memorandum from Vietnam Desk Officer Joseph
A. Mendall to U. Alexis Johnson, June 1, 1964.
  
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Siehe auch:
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